Pfarreientwicklungsprozess Gedanken zum Prozess (Teil 2)

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Gedanken zum Pfarrei-Entwicklungs-Prozess (P-E-P) – Teil 2

In der vorigen Woche haben wir Ihnen geschrieben, dass die Kirche einen Weg in die Zukunft finden muss.

Kirche kann sich ändern

Im kommenden Martin-Luther-Jahr 2017 werden viele von uns sicher bemerken, welcher Ruck in den ersten 100 Jahren nach 1517 durch die Kirche ging und wie viele verhängnisvolle Fehlentwicklungen abgeschafft wurden. Aus heutiger Sicht erscheint es beinahe sensationell, als wie wandelbar sich die Kirche erwiesen hat. Unter Druck natürlich, aber immerhin. Dummerweise wurde jedoch in den Jahren der Gegenreformation der Zölibat als Gegenpol zu protestantischen Lehren zementiert. Noch während der Renaissance hatten ja viele Bischöfe, Kardinäle und selbst Päpste ganz offiziell und ungestraft bekannte Konkubinen, und das Konkubinat hatte neben der „richtigen“ Ehe eine lange Tradition bis in die Antike.

Wie man an dieser Betrachtung schon sieht, war damals in der Kirche „eine Menge los“. Heute ist das nicht anders. Wer lieber eine „ruhige“ oder „friedliche“ Kirche hätte, muss vielleicht umdenken.

Reizthemen

Es ist wirklich sensationell, welche Reizthemen die Kirche damals vor 500 Jahren aus dem Weg geräumt hat. An diese wird man sich im kommenden Jahr sicher erinnern: darf die Kirche von einem Bischof für seine Ernennung Geld verlangen? Darf die Kirche Nicht-Priestern für Geld schnell zur Weihe verhelfen und sie zu Bischöfen und Kardinälen machen? Wird derjenige zum Papst gewählt, der den Kardinälen das meiste dafür zahlt? Darf ein Bischof oder Pfarrer mehrere Diözesen oder Kirchen gleichzeitig haben und daraus Einkünfte beziehen? Muss ein Bischof oder Pfarrer nicht auch dort leben und wirken, wo er sein Amt hat? Was ist das Fegefeuer (Purgatorium, Läuterungsort)? Kann man durch Zahlung von Geldsummen den Aufenthalt dort für sich selbst oder für andere vermeiden oder abkürzen? Wenn ja, wie viel zahlt ein Bauer, Bürger, Adeliger für 10, 50 oder 100 Jahre? Ist es erlaubt, für ausgeliehenes Geld Zinsen zu verlangen? Ok, die Frage wurde schon kurz vor 1500 entschieden und hat darauf zum märchenhaften Reichtum unter anderem der Medici und Fugger geführt. Und dazu, dass der deutsche König (Maximilian und Karl V.) hinfort immer „pleite“ war.

Nichts hinzugelernt?

In den Jahrhunderten seit 1517 bis heute sind die Gräben zwischen den Konfessionen tiefer geworden. Verstehen wir heute noch die Fragen: wie viele Sakramente gibt es eigentlich? Wer spendet sie denn? Welche Einsetzungsworte von Jesus gibt es für sie? Worin besteht das Weiheamt? - Die meisten Gläubigen können die Argumente der Theologen kaum verstehen. Dennoch gibt es viele Christen, die sich persönlich von den Problemen betroffen fühlen, stärker als die meisten vermuten. Wann wird endlich gemeinsame Abendmahlsfeier möglich sein? Die immer noch bestehende Spaltung fällt uns auf den Kopf und unterhöhlt unsere Glaubwürdigkeit. Oder doch nicht? Davon sind wesentliche Teile unseres heutigen Liturgieverständnisses betroffen und ob wir als Kirche die Menschen noch repräsentieren.

Am 12.02.2017 ist Pfarreiversammlung unserer gesamten Pfarrei in der Kirche Herz Jesu. In der nächsten Woche lesen Sie weiter über den „heißen Brei“, über „Weiße Elefanten“ und wir bringen die Fragen „auf den Punkt“.
Weitere Informationen finden Sie immer auf unserer Homepage www.mariae-himmelfahrt–mh.de 
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Arbeitsgruppe „Kommunikation“ der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt
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Arbeitsgruppe „Kommunikation“ der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt
Letzte Änderung am Mittwoch, 16 November 2016 08:21

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